This review may contain spoilers
Solide historische Serie mit grandioser Optik – aber als BL leider enttäuschend
49 mit je 40 Minuten Episoden für eine zensierte BL Produktion ist sehr ungewöhlich, aber die Länge bindet den Zuschauer auch mehr an die Figuren und die Geschichte.Die Geschichte per se war gut, obwohl es einige Teile unnötig, in die Länge gezogen oder verwirrend waren.
Die Charaktere sind liebenswert und wachsen einem von Folge zu Folge immer mehr ans Herz, auch wenns sich einige manchmal sehr kindisch für ihr Alter benehmen.
Look & Atmosphäre
Optisch ist die Serie super. Kostüme, Make-up und die Kulissen sind erstklassig geworden – vor allem, wenn man bedenkt, dass das Ganze während der Corona-Krise gedreht wurde!
Ein kleiner persönlicher Minuspunkt: Mit dem traditionellen Operngesang konnte ich nicht viel anfangen, das klang für mich eher wie Gekreische. Aber hey, es gehört nun mal zur Story und wurde handwerklich gut umgesetzt.
Das "BL"-Problem
Wer hier ein zensiertes BL-Drama im Stil von The Untamed oder Word of Honor erwartet, wird leider enttäuscht werden. Die "versteckten" Hinweise auf eine Romanze sind ein absoluter Tropfen auf den heißen Stein. Auf 49 Folgen kommen vielleicht acht winzige Szenen, die man auch nur bemerkt, wenn man weiß, dass es sich eigentlich um eine BL Geschichte handelt. Dass Cheng Feng Tai verheiratet ist, macht es für BL-Fans nicht gerade leichter. Viele wundern sich, wie die Serie die Zensur umgehen konnte – mich wundert es ehrlich gesagt überhaupt nicht, weil kaum noch was vom BL übrig ist.
Was mich storytechnisch gestört hat (Achtung, Spoiler!)
Die Sache mit der Schwester: Warum sagt Shang Xi Rui seiner Schwester nicht einfach, wer er ist? Nur weil sie keine Operndarsteller mag, gibt er seine Rolle als großer Bruder an einen Wildfremden ab und verschenkt auch noch das Familienamulett? Das war für mich absolut unverständlich.
Chen Renxiangs Tod: Warum bringt er sich mitten auf der Bühne vor dem ganzen Publikum um? Und das nicht mal wegen seiner gebrochenen Beine, sondern wegen Herzschmerz. Das war mir viel zu melodramatisch und für die eigentliche Hauptstory total irrelevant.
Das Minen-Drama: Die ganze fette Action-Szene in der Mine, in der der japanische General stirbt und Cheng Feng Tai schwer verletzt wird, war im Grunde umsonst. Es sollte eine große Kriegswende sein, aber danach hat sich gefühlt gar nichts Relevantes verändert. Schlecht geschrieben und unnötig.
Das Ende: Offene Enden sind okay, aber die letzte Szene war einfach nur verwirrend. Man sieht Shang Xi Rui zum Bahnhof rennen – nur um dann zu merken, dass das nur eine Wunschvorstellung/Illusion von Cheng Feng Tai war. Warum zeigt man ihn nicht einfach direkt am Bahnhof? Das hätte völlig gereicht, anstatt den Zuschauer so zu verwirren.
Fazit: Die Story an sich ist gut, auch wenn einiges unnötig in die Länge gezogen wurde. Man darf nur nicht mit der Erwartung rangehen, hier eine gute zensierte BL-Liebesgeschichte zu sehen. Wer historische Dramen und tolle Bilder mag, kann aber definitiv mal einen Blick riskieren!
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